Gedanken zum Tag 15. Juni

 

Wie oft haben wir den Blick auf irgendetwas direkt vor unserer Nase gerichtet: auf ein Tablet, ein Smartphone, ein Zeitschrift- oder irgendetwas, mit dem wir uns gerade beschäftigen. Etwas, das uns in Anspruch nimmt, uns in die Enge führt, über das rechte Maß hinaus unsere Aufmerksamkeit stiehlt.

Wie oft bleiben wir an Kleinigkeiten hängen, regen uns über dieses oder jenes auf, verbeißen uns in Details, setzen uns mit Dingen auseinander, auf die wir doch keinen Einfluss haben.

Wie oft sehen wir nur das unmittelbar vor uns Liegende.

Wie oft ist unser Blick verengt.

Über allem steht doch der Himmel- der offene Himmel.

Das Licht über den Wolken ist immerwährend, manchmal scheint es durch- und eine Ahnung erfüllt uns, dass die Weite die Enge übertreffen wird, das Licht das Dunkel, das Leben den Tod.

Wolfgang Severin